Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

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Bernd
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Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Bernd » 26 Mai 2011 07:59

Hallo Mehrsystemfans,

da ich mittlerweile auch ein paar Gleichstromloks besitze, die sich einer Umrüstung auf Wechselstrom widersetzen, möchte
ich gerne in einem ersten Schritt zumndest den Teil meines Bahnhofs, in dem schlanke Weichen liegen, mehrsystemfähig machen.

Dazu möchte ich gerne dieses vom Zahn der Zeit angenagte Exemplar, das mir jemand geschenkt hat, als
Testmuster umbauen. Kann mir jemand anhand der Bilder zeigen, wo ich die Trennscheibe ansetzen muss?
Weiche_oben.jpg
Weiche_unten.jpg
Ihr dürft gerne in die Bilder reinmalen...

Schonmal vielen Dank im Voraus!

Bernd
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Peter Müller
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Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Peter Müller » 26 Mai 2011 19:29

Bild

Ich trenne immer zuerst an der Unterseite die kleinen Stege durch, die die Schienen verbinden.



Bild

Dann isoliere ich das Herzstück, in dem ich den Übergang davor und dahinter mit der Trennscheibe bearbeite. Danach kann man das Herzstück prima mit einem kleinen Schraubenzieher heraushebeln und kommt an die Stelle für den dritten Schnitt oben, um die beiden Flügelschienen zu isolieren.



Jetzt musst Du nur noch zwei kleine Kabel an die Verlängerungen der Verbinder löten und dadurch linke und linke sowie rechte und rechte Schiene miteinander verbinden, sonst führen die Verlängerungen der Flügelschienen keinen Strom.
Grüße, Peter


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Trainspotters

Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Trainspotters » 27 Mai 2011 13:02

Da ich inzwischen reichlich dieser Weichen umgebaut habe:

1. Die drei Verbindungsbleche an vorgesehener Stelle mit einem Miniseitenschneider 2x durchknipsen. Dremel geht notfalls auch. 2 Mal damit da ein richtiges Stück Blech herausgetrennt wird und sich die beiden getrennten Hälften nicht unabsichtlich wieder verheiraten können....

2. Die kurzen Schienen hinter dem Herzstück, durch Einlöten je einer Litze, mit der durchgehenden Schiene des Nachbargleises verbinden.

3. Herzstück mit einem kleinen Schraubenzieher heraushebeln und in einen Schraubstock einspannen. Mit einem Dremel die Übergänge zu allen benachbarten Schienen so weit abschleifen, daß zu jeder Schiene rund 0,5 mm Luft entsteht. Achtung! Wenn zu schnell gedremelt wird, wird das Metall des Herzstücks weich und bricht einfach weg. Deshalb niedrigere Drehzahl einstellen und zur Kühlung die zu bearbeitenden Stellen öfter wechseln, bzw. Pausen machen.

4. Das nun sichtbar werdende kleine schwarze Blech, unter dem Herzstück, rückstandslos entfernen. Geht am Besten mit einem gefühlvoll packenden Seitenschneider. Aber nicht abkneifen sondern herauszupfen.

5. Herzstück wieder einsetzen.

6. Prüfen ob auch wirklich keine Schiene mehr Verbindung zum Herzstück hat.

7. Wenn alles passt, Herzstück mit etwas Sekundenkleber einkleben, damit es nicht herausfallen kann.

8. Die Weiche ist nun fertig umgebaut.

Pierre

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Bernd
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Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Bernd » 27 Mai 2011 13:29

Hi Pierre, hi Peter,

ich danke Euch beiden! Werde das dieses Wochenende angehen.

Viele Grüße, Bernd
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Peter Müller
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Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Peter Müller » 27 Mai 2011 20:58

Bernd hat geschrieben:Werde das dieses Wochenende angehen.
Ich bin es gestern Abend mal angegangen und habe dabei Fotos gemacht. Bitte die Qualität entschuldigen, ich hoffe, man kann dennoch etwas erkennen.

Bild

Ich bevorzuge die Trennscheibe, mit dem Seitenschneider stehe ich auf Kriegsfuß


Bild

Ich hoffe, man erkennt die beiden Schnitte an diesem Ende der Weiche. Sie sind breit genug, so dass kein unbeabsichtigter Kontakt mehr zustande kommt. Am anderen Ende der Weiche braucht es nur einen Schnitt. Das war die Unterseite erster Teil.


Bild

Jetzt kommt die Oberseite dran: ich mache zuerst vor und hinter dem Herzstück zwei Schnitte ...


Bild

... um es dann ganz einfach mit dem Schraubenzieher heraus zu hebeln. Das Herzstück muss nun nicht mehr im Schraubstock bearbeitet werden. Bei dieser Aktion zerbrechen schnell die schmalen Trennscheiben, also immer einen kleinen Vorrat zur Hand haben.


Bild

So sieht es unter dem Herzstück aus, an den unteren Flügelschienen erkennt man ein kleines Blech. Dieses muss noch entfernt werden, meistens ist es durch den Schnitt zuvor bereits angeritzt oder fällt von selber raus.


Bild

Das kleine Blech habe ich daneben gelegt, es kann weggeschmissen werden. Unter den Flügelschienen sind eventuell Reste verblieben (da habe ich mal lange nach gesucht). Mit einem dritten Schnitt im 90°-Winkel verschaffe ich mir Gewissheit, dass dort kein Strom mehr von einer zur anderen Flügelschiene fließen kann.


Bild

Das Herzstück klipse ich einfach wieder ein. Von jetzt 20 modifizierten schlanken Weichen hat noch keine ihr Herzstück wieder verloren. Sekundenkleber habe ich nicht zur Hand.


Bild

Diese kleine Aktion spart langes Suchen beim Teppichbahning: Kontrolle, ob auch alle Schienen ordentlich galvanisch getrennt sind. Man kann ja mehrere Gleise zusammen stecken, dann muss man nicht so oft messen. Damit ist die Oberseite fertig.


Bild

Zum Schluss die Unterseite zweiter Teil. Ich verzinne die hinteren Enden der kleinen Verbindungslaschen ...


Bild

... und löte zwei kleine Drähte an. Genau hinschauen, ich verlöte nicht die Laschen, wo die Flachstecker drauf kommen, sondern die Bleche daneben. Und geschafft!



Übrigens, um einfache Märklin-C-Gleise 2-Leiter-tauglich zu machen, bedarf es nur der Arbeitsschritte des ersten und des zweiten Bildes (sowie angeratener Weise der Kontrolle durch das Messgerät; anfangs habe ich das mangels Messgerät mit einer Batterie und einer Glühbirne gemacht).
Grüße, Peter


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Bernd
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Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Bernd » 27 Mai 2011 21:38

Sehr gut gemachtes Tutorial!

Meine erste Mehrsystemweiche funktioniert jedenfalls tadellos. Unter Gleichstrom beinahe besser als unter Wechselstrom...

Viele Grüße, Bernd
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Schimmi
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Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Schimmi » 28 Mai 2011 10:39

Hallo zusammen,

ich habe dazu mal ne Frage:
Wie sieht das eigentlich mit den Mittelleiter aus?
Muss dieser auch bearbeitet werden, damit man die Schienenräumer von den Gleichstrommodellen nicht "abfährt"?

Ich hatte mal ne Lok DC in AC umgebaut und habe den Schienenräumer leichtlediert bzw er ist gar nicht mehr vorhanden.
Außerdem war das bei dem M-Gleis. Ich weiß, dass man M und C Gleis nicht vergleichen kann.

Gruss

Stefan

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Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Peter Müller » 28 Mai 2011 14:18

An den schlanken Weichen stehen die Pukos am höchsten. Müssen wir ausprobieren.
Grüße, Peter


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Trainspotters

Re: Mehrsystemfähige C-Gleis Weichen

Beitrag von Trainspotters » 20 Dez 2011 18:55

Bei Gleichstomfahrzeugen mit tief stehenden Schienenräumern, z.B. Roco Re 460 oder Piko Taurus. Kann es auf vereinzelten Weichen zu Problemen kommen, weil die Pukos im Weichenbereich etwas zu hoch stehen. Grund ist dafür, daß auch die Industrieelle Fertigung Toleranzen unterworfen ist.

In Losheim ist uns genau eine Weiche sehr negativ damit aufgefallen. Ein kleiner Schraubenzieher beseitigte das Problem jedoch umgehend. in dem der betreffende Puko etwas nach unten gedrückt wurde. Auch die Ursache von "Schleiferkurzschlüssen" im Weichenbereich vereinzelter schlanker Weichen habe ich inzwischen lokalisieren können. Wenn das passiert ist der Puko seitlich außerhalb, der dort sehr engen, Toleranz. Auch diesem Problem ist binnen Sekunden mit einem kleinen Schraubenzieher durch Richten des Mittelleiters dauerhaft beizukommen. Der Kurzschluss ist passé.

Bei alten Loks mit Vorlaufachsen ist das Laufachsgestell aus Metall. Wenn die Pukos dann zu weit in Richtung Außenschiene stehen, stoßen sie gegen dieses Blech und dann funkt es gewaltig. Das sieht dann aus, als würde der Schleifer kurz schließen, aber tatsächlich sind es die Gestelle der Vor und Nachlaufachsen.

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